Erstaufführung für Berlin / Originaltitel: Bílá nemoc (Die weiße Krankheit) – Deutsch von Gustav Just
Das Stück ist eine schwarze Komödie, 90 Jahre alt und sehr heutig. Es spielt während einer Pandemie. Vor allem aber spielt es in einer Zeit massiver Kriegsvorbereitung. Ein Heilmittel gegen die weiße Krankheit besitzt allein ein Arzt namens Dr. Galén, mit griechischem Migrationshintergrund. Der berühmte Klinikdirektor Prof. Sigelius versucht es ihm abzulisten. Dr. Galén hat andere Pläne: Er gedenkt Frieden zu stiften, indem er die Formel für sein Medikament nicht eher freigibt, als bis die Regierungen keine Kriege mehr führen. Das hat etwas von der Weisheit Schwejks und etwas von der Weisheit Don Quijotes.
Dr. Galén, DER ARZT NICHT FÜR JEDEN, behandelt ausschließlich arme Patienten; Reiche zu kurieren lehnt er ab und weiß, warum. Rüstungsboss Baron Krüg, von der weißen Krankheit betroffen, verschafft sich inkognito Zugang zu ihm. Doch ehe er die Produktion von Kriegsgerät aufgibt – was Dr. Galéns Bedingung wäre, wenn er ihn heilen soll –, erschießt er sich lieber. Der Marschall (dem der Autor einen persönlichen Namen verweigert) ist ein fanatischer Kriegstreiber und erzieht die Nation zur Härte. Als auch ihn die weiße Krankheit ereilt, verfällt in feiges Selbstmitleid und erklärt sich zu allen Zugeständnissen bereit. Doch wie glaubhaft ist die plötzliche Friedensliebe eines Bellizisten?
SiDat! spielte bereits 2005 ein Stück von Karel Čapek: DIE SACHE MAKROPULOS mit Margarete Steinhäuser als Emilia Marty. Für uns schließt sich ein Kreis, wenn wir zum silbernen Jubiläum unseres Theaters auf diesen Autor zurückkommen.
Vorstellungen: 30. und 31. Oktober, 1., 13., 14. und 15. November Theatre Pool (vormals Neue Bühne Friedrichshain), Boxhagener Str. 18, 10245 Berlin
Urheberangabe Grafik: Atelier (c) Marlit Mosler
Rechte für die Übersetzung: henschel SCHAUSPIEL