Kollektiv Courage Theater
„Kollektives Courage Theater: Workshop und Aufführung zur Neulesung von "Mutter Courage und ihre Kinder" aus queer-feministischer Perspektive"

Freitag 24. Juni: 17-20 Uhr
Samstag 25. Juni: 10-18 Uhr
Sonntag, 26. Juni: 12-18 Uhr

Freitag 1. Juli: 17-20
Samstag 2. Juli: 10-18
Sonntag 3. Juli: 12-18 // Aufführung & Diskussion um 15 Uhr

Der Workshop ist kostenlos | Wichtig bei der Anmeldung ist, dass du voll engagiert bist und an allen Tagen teilnehmen kannst | Bitte beachte bei der Anmeldung, dass FLINTA/LGBTQ- und Bi*POC-Personen bei der Teilnahme bevorzugt werden.

Die Plätze sind auf 15 Teilnehmer*innen begrenzt, wenn du also Interesse haben solltest, schick uns gerne eine Mail mit deinem Namen und ein paar Zeilen über dich mit dem Betreff "Mutter Courage" an: thecarrierbags@protonmail.com

Beschreibung:

Wir laden dich herzlich ein, an unserem Workshop zu einer Neulesung und Performance von "Mutter Courage und ihre Kinder" teilzunehmen. Das Stück von Bertolt Brecht, das zur Warnung vor dem Krieg geschrieben wurde, zeigt die untrennbare Verbindung von Kapitalismus und Krieg auf, zwei Dinge, die ohne einander nicht existieren können. Durch die Augen der Protagonistin des Stücks, Mutter Courage, diskutieren wir die Rolle der "Mutter" aus einer queer-feministischen Perspektive und kritisieren die Auswirkungen des Krieges, wie die daraus resultierenden Profite, aus einer antimilitaristischen und antikapitalistischen Sicht.

Das Stück, welches im 17. Jahrhundert spielt, werden wir aus unserem Zeitgeschehen und unseren eigenen Erfahrungen heraus betrachten, um gemeinsam eine eigene Interpretation des Stücks zu erarbeiten. Während des gesamten Workshops werden wir von Peter Wittig von SiDat! Projekttheater Berlin, angeleitet werden und zusammen die Besonderheiten des brechtschen Theaters kennenlernen, wie z. B. das Lehrstück und den Gestus. Zusammen mit Misa Harz werden wir an materialistische feministische Theorie herantreten und erproben, wie wir diese in unsere abschließende Performance einbeziehen können. Der Workshop wird auf Deutsch abgehalten werden. Wir wollen ausdrücklich Nicht-Muttersprachler*innen dazu ermutigen teilzunehmen, sodass wir gemeinsam unsere politischen Standpunkte und unsere Sprache durch das Theater stärken und zum Abschluss eine Performance präsentieren können, die weitere Gespräche und Diskussionen nach sich zieht.

Teil 1:
Freitag 24. Juni: 17-20 Uhr
Samstag 25. Juni: 10-18 Uhr
Sonntag, 26. Juni: 12-18 Uhr

Für den ersten Teil des Workshops schicken wir dir vorab eine Auswahl an Auszügen aus „Mutter Courage und ihre Kinder“ zu, zusammen mit einer Schlüssel-/Definitionsliste, um denjenigen zu helfen, die keine Muttersprachler*innen sind. Es ist obligatorisch, dass die Teilnehmenden vor dem Workshop den zu behandelnden Stoff lesen, damit wir sofort mit der Diskussion starten können. Dies ist wichtig, damit alle gut vorbereitet sind für die gemeinsame Leseprobe, mit der wir am Freitag, den 24. Juni, beginnen werden. Wenn du noch mehr Stellen aus dem Stück lesen möchtest und/oder andere Abschnitte vorschlagen möchtest, ist das sehr willkommen!

Am Samstag und Sonntag werden wir die Auszüge diskutieren und unter der Leitung von Peter Wittig einige Übungen machen, so wie improvisieren. Das Ziel ist zum Ende des Wochenendes, die Planung für die Aufführung an dem darauffolgenden Wochenende weitestgehend abgeschlossen zu haben. Wir werden euch auch kleinere Hausaufgaben aufgeben, um euch bestmöglich auf die finalen Proben vorzubereiten.

Teil 2:
Freitag 1. Juli: 17-20
Samstag 2. Juli: 10-18
Sonntag 3. Juli: 12-18 // Aufführung & Diskussion um 15 Uhr

Das zweite Wochenende besteht aus abschließenden Proben und der Aufführung, bei denen wir das Gelernte des vorangegangenen Wochenendes wiederholen und endet mit einer öffentlichen Aufführung und Diskussion am Sonntag. 

Mehr über die Moderator*innen:

MISA HARZ

Misa ist Studentin, Schreiberin und Performerin mit einem Hintergrund in Kunstgeschichte und Sozial und Kulturanthropologie. Aktuell macht sie einen Master in Ästhetik an der Goethe-Universität Frankfurt und wird dabei durch das Deutschlandstipendium gefördert. Ihr Hauptfokus liegt auf Literatur, Philosophie und marxistischer Politik im Zusammenhang mit dem Schriftsteller Ronald M. Schernikau. Seit 2017 ist sie Teil einer Gruppe von Performer*innen und Sänger*innen um Cammack Lindsey. Die Arbeit mit Cammack Lindsey entwickelte sich 2021 zu einem kollaborativen Verhältnis, aus dem eine Selbstveröffentlichung hervorging, zu der Misa Harz auf Basis des „Visible Window“ Skripts eine einleitende Kurzgeschichte schrieb. Ihr Schreibstil zeigte sich dabei vor allem vom spekulativen Realismus beeinflusst.

PETER WITTIG

Meisterschülerstudium Regie bei Prof. Joachim Herz an der Akademie der Künste zu Berlin. Oberspielleiter Theater Greifswald. Seit 1995 freischaffender Regisseur, u. a. Staatsoper Jekaterinburg (Rußland). Zusammenarbeit mit tschechischen und sorbischen Theaterkünstlern. 1996-2008 Gastvorträge bei den Salzburger Festspielen und an der Universität Innsbruck. 2002 Gründung von SiDat! Projekttheater Berlin. Wichtigste Aufführungen: DER GELDGOTT von Peter Hacks (Berliner Bühnen-EA, 2013), DIE HELLEN HAUFEN von Volker Braun (UA der neuen Bühnenbearbeitung von Peter Wittig, 2014), DIE TAGE DER COMMUNE von Bertolt Brecht/ Hanns Eisler, (Berliner EA der Originalfassung, 2017, DIE RUNDKÖPFE UND DIE SPITZKÖPFE von Brecht/ Eisler, 2021).

2005-2009 Dozent an der Berliner Schule für Schauspiel. 2008-17 und 2020-21 Dozent an der Reduta Berlin. Seit 2016 Lehrauftrag Chanson an der Volkshochschule Berlin-Neukölln. Stücke, Libretti, Übersetzungen, Aufsätze zum Theater www.sidat-pro.de